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Arterienverschlüsse


Verschlüsse von Arterien sind aus Patientensicht noch dramatischer, denn es wirkt, als wenn jemand „plötzlich das Licht ausmacht“.

Was passiert da ?

Es tritt eine akute Verstopfung einer Blut und Sauerstoff zuführenden Arterie zum Auge auf. Vergleichbar der Situation am Herzen beim Herzinfarkt, erleidet die Netzhaut einen Infarkt, d. h. sie stellt ihre Funktion aufgrund von Sauerstoffmangel ein. Dauert der Verschluss der Arterie mehrere Stunden und ist komplett, stirbt die Netzhaut ab. Glücklicherweise tritt ein kompletter Verschluss eher selten auf.

Was ist die Ursache ?

Häufigster Grund ist eine Embolie. Das bedeutet ein kleines “Klümpchen” im Blut (ein Embolus) verstopft ein Gefäß im Auge. Herkunft ist entweder ein erkranktes Herz mit Herzklappenfehlern bzw. Rhythmusstörungen oder Wandbeschichtungen (z. B. Cholesterin oder Kalk) der Halsgefäße, die sich lösen und mit dem Blut nach oben ins Auge geschwemmt werden und dort dann das Blutgefäß verstopfen. Würden die “Klümpchen” übrigens nicht im Auge “hängen bleiben”, würden sie letztendlich im Gehirn stecken bleiben und dies könnte einen Schlaganfall bedeuten.

Wie merke ich das?

Plötzlich schiebt sich ein Vorhang vor einen Teil (Arterienastverschluss) oder das ganze Gesichtsfeld (Zentralarterienverschluss). Vor allem im letzteren Fall ist es, “als würde einer das Licht ausschalten”. Der Vorgang ist schmerzlos und dauerhaft. Das Sehvermögen ist stark eingeschränkt. Manchmal kann es sich mit der Zeit noch leicht verbessern. Handelt es sich nur um eine kurzfristige Verstopfung, die sich nach ca. 10 Minuten wieder auflöst, spricht man von “Amaurosis fugax”. Letztere ist ein Warnsymptom für eine Schlaganfallgefährdung und ein Grund genauere Ursachenforschung zu betreiben.

Was kann man tun?

Bei Warnsymptomen, wie der Amaurosis fugax, muss die Ursache gefunden und durch eine Behandlung wenn möglich vorgebeugt werden. Das heißt: den Blutdruck einstellen, die Herzrhythmusstörungen behandeln, evt. das Blut verdünnen, evtl. die verstopften Halsgefäße durch eine Bypass-Operation überbrücken. Ist der Verschluss dauerhaft, ist nur innerhalb von 48 Stunden noch etwas Sehvermögen zu retten, wenn der Verschluss nicht komplett war. Eine sofortige Einlieferung in eine Augenklinik oder Augenstation ist notwendig. Dort wird der Druck im Auge medikamentös und gesenkt, eine Massage des Auges durchgeführt und spezielle Sauerstoffmischungen zum Atmen gegeben. Die Ergebnisse sind, im Bezug auf das Sehvermögen allerdings schlecht, weshalb Vorbeugung oberstes Gebot ist.