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Was ist ein Glaukom (grüner Star)?


Ein Glaukom ist eine Augenerkrankung, die meist mit einem erhöhten Augeninnendruck einhergeht. Ursache für den zu hohen Druck im Augeninneren ist eine Behinderung des Abflusses des Kammerwassers. Als Folge des erhöhten Augeninnendrucks entstehen mit der Zeit Beeinträchtigungen des Gesichtsfeldes. Unbehandelt kann die Erkrankung sogar bis zur Erblindung führen.

Ungefähr 800.000 Deutsche sind davon betroffen. Für schon bestehende Schäden durch ein Glaukom gibt es keine Heilung, aber der Erkrankung kann Einhalt geboten werden, wenn man sie frühzeitig entdeckt.

Der Weg des Kammerwassers im Auge

In der hinteren Augenkammer wird eine glasklare Flüssigkeit produziert, das Kammerwasser. Es zirkuliert zwischen Linse, Iris und Hornhaut und wird im Kammerwinkel in den Blutkreislauf abgeführt. Das Kammerwasser liefert die Nährstoffe für Hornhaut und Linse. Beim gesunden Auge besteht ein Gleichgewicht zwischen Zufluss und Abfluss. Entsteht eine Behinderung des Kammerwasserabflusses steigt der Druck in der hinteren Augenkammer, schädigt die Nervenfasern und führt zu einer Aushöhlung des Sehnervenkopfes (Papille). Mit zunehmender Schädigung wird das Gesichtsfeld eingeschränkt.

 

 

Wer gehört zu einer Glaukom-Risikogruppe ?

Jeder von uns kann in jedem Alter an einem Glaukom erkranken. Daher sollten unbedingt Vorsorge-Untersuchungen durchgeführt werden, wenn man einer Risikogruppe angehört:

  • Alter über 40 Jahre
  • familiäre Häufung der Erkrankung
  • Diabetes
  • Durchblutungsstörungen
  • Langzeit-Cortisonbehandlung
  • starke Kurzsichtigkeit

Wie erkennen Sie ein Glaukom?

In der Regel gar nicht.
Da das Auftreten eines erhöhten Augeninnendrucks zudem auch meistens ohne Schmerzen und ohne Symptome einhergeht, bezeichnet man diese heimtückische Erkrankung auch als den "leisen Dieb der Sehkraft". Nicht nur der erhöhte Augeninnendruck spielt beim Glaukom eine Rolle, sondern auch die Durchblutung des Sehnervenkopfes.

Völlig anders sieht es beim Glaukomanfall aus (siehe unten).

Verschiedene Glaukomformen

Chronisches Glaukom, primäres Offenwinkelglaukom
Das Offenwinkelglaukom ist die am häufigsten auftretende Form des Glaukoms, dessen wirkliche Ursache weitgehend unklar ist. Wie der Name besagt, liegt hier keine Verlegung des Kammerwinkels als Ursache für die Erhöhung des Augeninnendrucks vor.
Es ist bekannt, dass zunehmendes Alter, Durchblutungsstörungen am Augenhintergrund und eine Kurzsichtigkeit über - 5 Dioptrien Risikofaktoren für das Glaukom darstellen.

Angeborenes Glaukom
Hier liegt eine Fehlbildung vor, so dass das Kammerwasser nicht normal abfließen kann. Die Behandlung besteht in einer korrigierenden Operation.

Akutes Winkelblock-Glaukom, Glaukomanfall
Diese Form des Glaukoms tritt bei Augen mit eng gebautem Kammerwinkel auf, bei denen die Regenbogenhaut plötzlich die Abflusswege des Kammerwassers verlegt. Damit entsteht eine schnelle, anfallsartige Erhöhung des Augeninnendrucks. Als Folge können ein Schleiersehen (Regenbogenfarben um Lichtquellen), heftige Kopfschmerzen, Augenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auftreten. Das Auge ist stark gerötet und fühlt sich steinhart an. Der akute Glaukomanfall ist ein Notfall ! und bedarf einer sofortigen medikamentösen und baldigen operativen Behandlung. Findet keine Behandlung statt kann das Auge schnell erblinden.

Sekundäres Glaukom
Hier entsteht aufgrund einer anderen Augenerkrankung, z.B. infolge einer Verletzung, Entzündung oder eines Tumors, eine Abflussbehinderung für das Kammerwasser. In der Folge erhöht sich der Augeninnendruck und führt zu den beschriebenen Sehnervenschädigungen.

Um herauszufinden, ob sich ein Glaukomschaden anbahnt oder schon vorhanden ist, gibt es verschiedene diagnostische Verfahren.

  • Augeninnendruckmessung
  • Beurteilung des vorderen Auges (Biomikroskopie)
  • Gesichtsfelduntersuchung
  • Beurteilung des Sehnervenkopfes (Spiegelung/Photographie)
  • Tomographie, Nervenfaseranalyse (OCT)
  • Hornhautdickenmessung (Pachymetrie)

Diese Untersuchungsmöglichkeiten sind bei uns vorhanden und werden von uns Ärzten sowie geschultem Personal durchgeführt.

Messung des Augeninnendrucks

Hierzu gibt es zwei Möglichkeiten:
Zum einen kann der Augeninnendruck mit einem sogenannten Applanationstonometer bestimmt werden. Tut nicht weh – das Auge wird betäubt. Nach Anfärbung der Hornhaut wird durch Auflegen eines kleinen Druckkopfes auf das Auge der Augeninnendruck ermittelt.

Zum anderen kann der Augeninnendruck mit einem sogenannten Non-Contact-Tonometer gemessen werden. Hierbei wird die Hornhaut einem Luftstrom mit definierter Stärke ausgesetzt. Auch diese Messung ist völlig schmerzfrei.

Applanationstonometer Non-Contact-Tonometer

 

Wie hoch darf der Augeninnendruck sein?

Absolute Zahlenwerte, ab wann der Augeninnendruck als sicher erhöht angesehen werden kann, gibt es nicht. Es gibt sehr viele Menschen, deren Augeninnendruck über der statistischen Norm von 17mmHg liegt und die keinen Glaukomschaden erleiden. Umgekehrt können Patienten einen Augeninnendruck unter 17mmHg haben und trotzdem ein Glaukom entwickeln (Normaldruck/-Niederdruckglaukom). Offensichtlich ist die Drucktoleranz individuell sehr unterschiedlich.

Gesichtfelduntersuchung

Die Bestimmung des Gesichtsfeldes dient dazu, das Ausmaß eines eventuell bereits bestehenden Schadens festzustellen. Diese Untersuchungen sind subjektive Verfahren, in denen es auf die Konzentration und Mitarbeit des Patienten ankommt. Häufigere Gesichtsfeldmessungen führen zu einer besseren Verlaufskontrolle.

Kinetische Perimetrie (Goldmann)
Ein definierter Lichtreiz (heller Punkt) wird von außen kommend zur Mitte geführt bis der Patient ihn bemerkt und dann registriert. Dabei schaut der Patient in eine Halbkugel.

Goldmann-Perimeter

manuelle Aufzeichnung - normales Gesichtsfeld

Statische Perimetrie
Bei dieser Untersuchung schaut der Patient ebenfalls in eine Halbkugel. Ein Computer bietet ihm Lichtpunkte unterschiedlicher Größe und Helligkeit an, welche der Patient melden muss. Die Aufmerksamkeit wird ständig durch Fangfragen kontrolliert.

 

 
defektes Gesichtsfeld Foto statische Perimetrie

 

Neue Diagnosemöglichkeiten

Zur optimalen Glaukomdiagnostik ist eine sichere Beurteilung der Papille und der Nervenfaserschichtdicke besonders wichtig. Hierzu hat es in den letzten Jahren einige entscheidende Neuerungen gegeben, wobei unter Anwendung der neuen Techniken wesentlich früher Glaukomschäden entdeckt werden können. Auch lässt sich der Behandlungserfolg wesentlich besser überwachen.
Die im Folgenden genannten und hilfreichen Untersuchungen sind bisher keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen.

Nervenfaseranalyse (OCT)

Die Untersuchung am OCT ist ähnlich einem Foto ohne Blitz und dauert nur wenige Minuten. Sie erfolgt absolut schmerzfrei und ohne Berührung der Augen. Die Netzhaut wird um den Sehnerven durch ein Laserverfahren in optische Schnitte zerlegt und es kann damit wie bei einem mikroskopischen Gewebeschnitt die Netzhaut des Auges beurteilt werden. Das OCT führt eine objektive Messung der Nervenfaserschicht durch, da es keine Mitarbeit des Patienten verlangt. Das OCT zeigt frühzeitig ein Glaukom an, sogar wenn das Sehvermögen noch nicht beeinträchtigt ist.

Bei ca. 9-15 monatigen Folgeuntersuchungen kann dann ein Fortschreiten bzw. Stillstand bei entsprechender Therapie festgestellt werden.

 
Ausdruck OCT: normale Papille mit normaler  Nervenfaserschicht  

 

Photographie des Sehnervenkopfes

Zu jeder gründlichen Untersuchung bei Vorliegen oder Verdacht eines Glaukoms gehört die Dokumentation des Sehnervenkopfes (Papille). Dabei wird das natürliche Bild der Papille festgehalten. Die Färbung, das Gefäßbild und evtl. Blutungen können nur damit festgehalten werden. Dies ist wichtig für die Verlaufskontrolle.

normale Papille ausgehöhlte Papille

Hornhautdickenmessung (Pachymetrie)

Die Messung der Hornhautdickke spielt bei der Glaukomdiagnostik eine entscheidende Rolle. Die Dicke der Hornhaut hat einen Einfluss auf die Messung des exakten Augeninnendrucks. Aus verschiedenen Untersuchungen ist bekannt, dass gerade bei Glaukompatienten die Hornhautdicke von der normalen durchschnittlichen Dicke von 550um abweicht. Weichen die Werte der Hornhaut deutlich ab, muss das Messresultat nach unten oder oben korrigiert werden (Dresdner Tabelle).