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Hornhautgeschwür (Ulcus coneae)


Eine Schädigung der Hornhautsubstanz wird als Hornhautgeschwür bezeichnet. Es kann für die Betroffenen mit einem verschlechterten Sehen einhergehen und auch sehr schmerzhaft sein. Das Hornhautgeschwür ist eine gefährliche Augenerkrankung, die unbehandelt bis zur Erblindung führen kann. Je nach Art der Keime, die für die Entstehung des Hornhautgeschwürs verantwortlich sind, kann sich der Zustand sehr schnell – manchmal innerhalb von Stunden – deutlich verschlechtern. Im schlimmsten Fall kann die Hornhaut sich so stark verdünnen, dass eine Eröffnung des Augapfels droht. Wenn das Fortschreiten des Geschwürs gestoppt wird, bleibt eine Narbe, also eine Trübung der Hornhaut, zurück. Je nachdem, wo diese Hornhauttrübung liegt und wie groß sie ist, wird das Sehvermögen des betroffenen Auges beeinträchtigt.

Eine oberflächliche Hornhautverletzung, die auch sehr klein sein kann, stellt die Ursache für ein Hornhautgeschwür dar. Durch diese Bruchstelle können Keime eindringen. Auch Kontaktlinsen, vor allem weiche, können dafür verantwortlich sein, dass Keime durch eine oberflächliche Hornhautverletzung eindringen. Ebenso können Lähmungen einzelner Nerven im Augen- und Gesichtsbereich zu einem seltenen oder fehlenden Lidschluss führen. Infolgedessen entstehen oberflächliche Veränderungen der Hornhaut, die wiederum zu einem Hornhautgeschwür führen können, wenn Keime eingeschleppt werden.

Welche Beschwerden sind möglich?

Bei einem Hornhautgeschwür können starke Schmerzen, Lichtscheu, ein erhöhter Tränenfluss und ein beeinträchtigtes Sehvermögen auftreten. Häufig ist auch die Bindehaut geschwollen und gerötet. Das Hornhautgeschwür selber zeigt sich als grauweiße Trübung in der Hornhaut.

Wie wird ein Hornhautgeschwür behandelt?

Die Therapie erfolgt in erster Linie mithilfe von antibiotischen Augentropfen, da sie häufig durch Bakterien hervorgerufen werden. Je nach Schweregrad des Hornhautgeschwürs ist eine stationäre Behandlung in einer Augenklinik notwendig und zusätzlich die Gabe von Antibiotika als Infusion oder in Tablettenform erforderlich. Kontaktlinsenträger sollten keinesfalls ihre Kontaktlinsen tragen, solange der Befund nicht vollständig ausgeheilt ist. Bei starker Verdünnung der Hornhaut durch die Entzündung kann auch eine operative Behandlung zur Vermeidung eines Durchbruchs der Entzündung in den Augeninnenraum unumgänglich sein. Wenn nach einem abgeheilten Hornhautgeschwür Narben auf der Hornhaut zurückbleiben, die das Sehvermögen deutlich beeinträchtigen, kann eine Hornhauttransplantation möglicherweise das Sehvermögen wieder herstellen.

Kann man vorbeugen?

Bei einem unzureichenden Lidschluss können Hornhautschäden vermieden werden durch eine regelmäßige Behandlung der Augen mit Salben. Kontaktlinsenträger sollten darauf achten ihre Haftschalen sorgfältig zu pflegen und zu reinigen. Die Kontaktlinsen sollten niemals zu lange – vor allem nicht nachts – getragen werden. Regelmäßige Kontrollen beim Kontaktlinsenanpasser sind ebenfalls zur Vorbeugung wichtig.

Ein hundertprozentiger Schutz vor Hornhautgeschwüren ist nicht möglich, da kleine Hornhautverletzungen durch Unfälle oder Fremdkörper verursacht werden können und entsprechende Keime, die ein Hornhautgeschwür hervorrufen, fast überall in der Umwelt vorkommen.