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Netzhautablösung


Die Netzhautablösung ist eine eher seltene Erkrankung. Von einer Netzhautablösung ist etwa einer von 10.000 Menschen betroffen. Grundsätzlich gilt jede Netzhautablösung primär als augenärztlicher Notfall und sollte bald möglichst einem netzhautchirurgischem Zentrum vorgestellt werden.

Im Fall einer Netzhautablösung hebt sich die Rezeptorschicht der Netzhaut von der darunter liegenden Aderhaut (Pigmentepithel) ab.
Die „rhegmatogene Netzhautablösung“ ist die häufigste Ursache für eine Netzhautablösung. Ursache ist ein Netzhautloch oder –riss. Eine weitere Form ist die „exsudative Netzhautablösung“, bei der durch eine geschädigte Aderhaut Flüssigkeit unter die Netzhaut gelangt, z.B. aufgrund von Tumoren oder entzündlicher Prozesse. Eine dritte Form der Netzhautablösung ist die „traktive Netzhautablösung“. Durch schrumpfende Netzhaut-Glaskörpermembranen vor allem bei fortgeschrittener diabetischer Netzhauterkrankungen, aber auch als Spätfolge einer Netzhauterkrankung bei Frühgeborenen (Retinopathia praematurorum) oder als Komplikation bei vorausgegangenen Netzhautoperationen. Diese Form der Netzhautablösung ist besonders kompliziert und schwer zu behandeln. Die Prognose für das Sehen und das Auge selbst ist sehr stark vom Ausmaß der Netzhautablösung und von der Dauer zwischen Netzhautablösung und operativer Behandlung abhängig. Während im günstigsten Fall das Sehvermögen des betroffenen Auges erhalten bleibt, kann das Auge im ungünstigsten Fall erblinden. 

Welche Beschwerden bestehen?

 Frühsymptome können plötzlich wahrgenommene Licht- oder Blitzerscheinungen sein. Diese werden durch das Ziehen des Glaskörpers an der Netzhaut ausgelöst. Auch ein Schwarm schwarzer Punkte, ausgelöst durch eine kleine Blutung eines gerissenen Netzhautgefäßes, kann auf die Netzhautablösung hindeuten. Die damit einhergehende Sehstörung macht sich in der Regel durch ein eingeschränktes Gesichtsfeld bemerkbar. Der Betroffene nimmt dies z.B. als dunkle Wand von unten, als schwarzer Vorhang von oben oder von der Seite, wahr. In fortgeschrittenem Stadium kann auch die zentrale Sehschärfe reduziert sein. Daher ist es wichtig, bei jeglichem Symptom einer geschädigten Netzhaut und beim geringsten Verdacht auf eine Netzhautablösung den Augenarzt aufzusuchen. 

Wie wird eine Netzhautablösung festgestellt?

 Bei weitgestellter Pupille (Achtung: keine Fahrtauglichkeit für mindestens 4 Stunden nach der Untersuchung!) wird der Augenhintergrund untersucht und eventuell auch mithilfe eines so genannten Kontaktglases die Netzhaut beurteilt. Wird eine Netzhautablösung festgestellt ist eine operative Wiederanlegung notwendig, da sonst die Versorgung der Netzhaut mit Nährstoffen auf Dauer nicht gewährleistet ist und sie Schaden nimmt.  

Beispiel rhegmatogene Netzhautablösung
Netzhautablösung mit Riesenriss
 
Beispiel für traktive Netzhautablösung
Totale Netzhautablösung mit Schrumpfung

  

Wie wird eine Netzhautablösung behandelt?

 Unterschiedliche operative Verfahren sind je nach klinischem Bild notwendig. Bei der sog. Plomben- oder Buckelchirurgie wird von außen auf das Auge ein bioverträgliches Kunststoffmaterial als Plombe oder ein rund (zirkulär) ums Auge gelegtes Band aufgenäht, um das entstandene Loch zu tamponieren und die Zugkräfte des Glaskörpers zu entlasten. Zusätzlich wird von außen mit einer Kältesonde oder von innen mit Laserstrahlen an der Stelle des Lochs durch Anstoßen einer Vernarbungsreaktion die Aderhaut und die Netzhaut miteinander verklebt.

Bei schwerwiegenderen Netzhautablösungen ist eine pars plana Vitrektomie notwendig. Bei dieser Operation wird der Glaskörper über drei kleine Zugänge aus dem Augeninneren entfernt und die Netzhaut von innen wiederangelegt. Anschließend erfolgt eine kurz- oder längerfristige Tamponade vom Augeninneren her mithilfe eines Gases oder eines durchsichtigen Silikonöls, das in das Auge eingebracht wird. Die Art der Operation richtet sich nach dem Schweregrad der Veränderungen und nach der auslösenden Ursache. Davon hängt auch ab, ob die Operation unter örtlicher Betäubung oder unter Vollnarkose durchgeführt wird. 

Kann ich vorbeugen?

 Bei starker Kurzsichtigkeit, bei Diabetes mellitus entzündlichen Prozessen oder Tumoren im Auge, sowie nach einer Kataraktoperation oder nach einer bereits abgelaufenen Netzhautablösung am anderen Auge besteht ein erhöhtes Risiko für eine Netzhautablösung. Menschen, die von einem dieser Risikofaktoren betroffen sind, sollten ihre Netzhaut regelmäßig und gründlich augenärztlich untersuchen lassen. Dabei können auch degenerative Veränderungen, die dazu führen können, dass sich Löcher und Netzhautablösungen bilden, entdeckt und gegebenenfalls vorbeugend mithilfe eines Lasers behandelt werden.