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Trockene Augen


Das Syndrom "Trockene Augen" entsteht, wenn Bindehaut und Hornhaut der Augen nicht ausreichend mit Tränenflüssigkeit benetzt werden. Der durch die Tränenflüssigkeit gebildete Film besteht aus mehreren Schichten mit einer wässrigen und einer fetthaltigen Phase und hält die Augenoberfläche feucht. Diese Befeuchtung ist Voraussetzung, um beschwerdefrei sehen zu können.

Woran erkennt man ein Trockenes Auge?

• Trockenheits- oder Sandkorngefühl
• Brennen der Augen
• Müdigkeit oder schwere Augen
• Lichtempfindlichkeit
• Haften der Lider auf dem Augapfel beim Lidschlag
• Schwierigkeiten beim morgendlichen Öffnen der Augen
• Paradoxerweise kann auch ein verstärktes Tränen der Augen ein Anzeichen des Trockenen Auges sein.

Trockene Augen (Keratoconjunctivitis sicca) treten mit zunehmendem Lebensalter häufiger auf. Etwa 25% aller Menschen, die wegen Augenbeschwerden einen Augenarzt aufsuchen, haben trockene Augen. Frauen sind von trockenen Augen häufiger betroffen als Männer.
Für die Bildung und die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit sind verschiedene Drüsen zuständig. Sie befinden sich unter dem Oberlid, in der Augenhöhle, an den Lidrändern und in der Bindehaut (Konjunktiva). Durch regelmäßigen Lidschlag wird die Tränenflüssigkeit auf dem Auge verteilt und in Richtung der ableitenden Tränenwege bewegt. An den inneren Lidkanten befindet sich oben und unten je eine kleine Öffnung, die in die Tränenkanälchen führt. Diese münden über einen gemeinsamen Tränengang in die Nase.

Ursachen des Trockenen Auges

• Nachlassende Tränenproduktion im Alter
• Tragen von Kontaktlinsen
• Bildschirmarbeit bzw. Fernsehen (durch verminderten Lidschlag)
• Klimaanlagen, trockene Heizungs- und Zugluft in Büro, Auto und Flugzeug, UV-Strahlung
• Einnahme bestimmter Medikamente
• Zigarettenrauch
• Einseitige Ernährung
• Erkrankungen wie z.B. Diabetes mellitus, Rheuma, Neurodermitis, Schilddrüsenerkrankung

Wie wird das Trockene Auge behandelt?

Um die durch trockene Augen entstehenden Beschwerden zu lindern, werden Tränenersatzmittel (künstliche Tränenflüssigkeit) eingesetzt, die mehrmals täglich in das trockene Auge getropft werden oder als Augenspray auf die Lider gesprüht werden. Die Tränenersatzmittel sollten möglichst keine Konservierungsmittel enthalten, da diese die Trockenheit der Augen verstärken beziehungsweise Allergien hervorrufen können.

 
Augentropfen Punctum Plug

Ein vorübergehender Verschluss der Tränenwege mit kleinen Stöpseln (sog. Punctum Plugs) kann in vielen Fällen ebenfalls eine Linderung bewirken. 

Wie werden die kleinen Stöpsel eingesetzt?

Die Stöpsel (Punctum Plugs) werden an der Spaltlampe, dem augenärztlichen Untersuchungsmikroskop, eingesetzt. Eine Betäubung ist nicht notwendig, da das Einsetzen in der Regel schmerzfrei ist. Mit einem Spezialinstrument oder einer Pinzette wird das Punctum Plug vorsichtig in das Tränenpünktchen eingeführt. Die Tränenpünktchen sind die Öffnungen der Tränenkanälchen, die die Tränenflüssigkeit in die Nasenhöhle ableiten. Die Tränenpünktchen befinden sich jeweils am Ober- und Unterlid nasenseitig am Lidrand. Meist genügt es, in das untere Tränenpünktchen ein Punctum Plug einzusetzen.  

Können Punctum Plugs auch wieder entfernt werden ?

 Es gibt Punctum Plugs aus Kollagenmaterial, welche für einen Dreimonatszeitraum vorgesehen sind und sich innerhalb der 3 Monate von alleine auflösen. Andere Stöpsel sind für einen dauerhaften Einsatz vorgesehen und können aber bei auftretenden Reizerscheinungen oder auch bei Erfolglosigkeit problemlos vom Augenarzt wieder aus dem Tränenpünktchen herausgeholt werden. 

Welche Erfolgsaussichten bestehen bei der Behandlung der Augentrockenheit durch Punctum Plugs?

Der Abflussweg der Tränenflüssigkeit kann in den allermeisten Fällen so verlegt werden, dass das Auge nicht mehr so trocken ist und die Beschwerden zumindest zurückgehen. Häufig kann dennoch nicht auf die zusätzliche Anwendung von Tränenersatzmitteln verzichtet werden. In der Regel kann allerdings die Menge dieser Augentropfen oder Gele reduziert werden. 

Was können Sie noch tun?

• Für ausreichende Raumbefeuchtung sorgen
• Bei Bildschirmarbeit Pausen einlegen und gezielt zwinkern
• Ausreichend trinken (mindestens 2-3 Liter Flüssigkeit/Tag)
• Tabakrauch meiden
• Auf ausgewogene Ernährung achten

Trockene Augen zeigen bei entsprechender Behandlung meist einen guten Verlauf. Sie können für die Betroffenen allerdings sehr belastend sein und die Fähigkeit, bestimmte Tätigkeiten auszuüben, einschränken. Die Augen beziehungsweise ihre Sehkraft sind jedoch in der Regel nicht gefährdet.