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Prelex oder CLE


PRELEX (Presbyopic Lens Exchange) und CLE (Clear Lens Exchange) sind Operationstechniken der refraktiven Linsenchirurgie. Um die Fehlsichtigkeit zu korrigieren wird die natürliche Linse durch eine künstliche ersetzt. Die beiden Verfahren unterscheiden sich nur in der Art der Linse, die implantiert wird. Bei dem CLE kommt eine monofokale Linse zum Einsatz. Daher wird nach dem Eingriff eine Lesebrille benötigt. Beim PRELEX wird eine multifokale Linse eingesetzt, welche zwei verschiedene Fokusbereiche aufweist. Dadurch wird es möglich nicht nur in der Ferne, sondern auch Gegenstände in der Nähe scharf zusehen.

Für wen sind PRELEX oder CLE geeignet?

Ein Linsenaustausch wie bei PRELEX oder CLE wird zur Korrektur von stark ausgeprägter Fehlsichtigkeit eingesetzt. Die Verfahren werden genutzt bei Weitsichtigkeit ab +4-5 Dioptrien und Kurzsichtigkeit ab – 10 dpt. Beide Methoden kommen erst bei mindestens 40-jährigen Patienten zum Einsatz, da in diesem Alter die Fähigkeit des Auges auf Gegenstände in unterschiedlicher Entfernung scharf zustellen (Akkommodation) nach lässt. Durch die Entfernung der natürlichen Linse geht diese Fähigkeit verloren. Beim PRELEX kann die Fähigkeit zur Akkommodation durch den Einsatz der multifokalen Linse wieder hergestellt werden, allerdings nicht immer vollständig. Da die Entfernung der natürlichen Linse irreversibel ist, kommen die Verfahren des refraktiven Linsenaustausches nur dann zum Einsatz, wenn andere Operationsverfahren nicht möglich sind.

Vor der Operation

Vor der Operation sind einige Untersuchungen notwendig, da die Kunstlinse individuell gefertigt wird. Mithilfe von Ultraschall oder einem schwachen Laserlicht werden die Länge des Auges und die Tiefe der vordere Augenkammer bestimmt. Außerdem wird die Hornhautkrümmung gemessen. Dann muss entschieden werden welche Art der Kunstlinsen geeignet ist. Der Einsatz von Multifokallinsen kann verhindern, dass nach dem Eingriff eine Lesebrille benötigt wird. Allerdings sind sie in Bezug auf Nachtsicht den monofokalen Linsen unterlegen und daher beispielsweise zum nächtlichen Autofahren weniger geeignet.

Wie läuft die Operation ab?

 Die Operation findet unter örtlicher Betäubung statt. Im Randbereich der Hornhaut wird ein kleiner Schnitt von ca. 3 mm Länge angebracht. Die natürliche Linse wird durch Ultraschall (Phakoemulsifikation) verflüssigt und kann so durch die kleine Öffnung abgesaugt werden. Die Kunstlinse wird in die verbliebene leere Linsenkapsel eingesetzt wo sich vorher die natürliche Linse befand. Kann die Linsenkapsel nicht erhalten werden wird die Linse zwischen Iris und Hornhaut, in die Vorderkammer, eingebracht. Häufig werden Faltlinsen verwendet. Für sie muss der Schnitt nicht vergrößert werden. Im Auge entfalten sie sich innerhalb weniger Minuten. Da der Schnitt sehr klein ist muss er in der Regel nicht genäht werden.

Nach der Operation

Nach der Operation wird das Auge verbunden. Es sollte auf keinen Fall im Auge gerieben werden. Für zwei Wochen sollte auf Schminken verzichtet werden und beim Waschen darauf geachtet werden, dass kein Wasser in das operierte Auge gelangt. Körperliche Anstrengung und Sauna sind für ca. 2 Wochen tabu. In der Regel werden die Augen einzeln mit einem 7-14-tägigen Abstand operiert. In der Zeit zwischen den Eingriffen kann es durch die Unterschiede zwischen den Augen zu Schwindel und Doppelbildern kommen. Daher ist Auto fahren erst nach der zweiten Operation wieder möglich.

Risiken und Erfolgschancen

In den ersten 2 Wochen nach dem Eingriff besteht wie bei anderen Operationen vor allem das Risiko einer Infektion. Daher sind neben den oben genannten Vorsichtsmassnahmen die regelmäßige Anwendung der verordneten Augentropfen und die vom Augenarzt empfohlenen Kontrolluntersuchungen sehr wichtig. In den ersten Tagen nach der Operation können leichte Schmerzen, Brennen sowie Sehschwankungen und Blendungen auftreten. Allergische Reaktionen auf die Kunstlinse sind ausgesprochen selten. Gelegentlich kann es zu einer Eintrübung der Linsenkapsel (Nachstar) kommen. Auch das kann durch einen Lasereingriff (YAG-Laser) behandelt werden. Da diese Operationstechnik bereits seit Jahrzehnten zur Behandlung von Grauem Star eingesetzt wird lassen sich Risiken und auch Langzeitfolgen sehr gut abschätzt. Auch bei genauen Messungen kann es vorkommen, dass die angestrebte Brillenunabhängigkeit nicht erreicht wird. Aber über 90% der Patienten benötigen nach dem Eingriff keine Brille für die Fernsicht. Durch PRELEX soll auch die Lesebrille überflüssig werden. Dabei sollte man sich aber über die Erfolgschancen im Klaren sein. Ca. 80% der Patienten können nach dieser Behandlung ohne Sehhilfe in der Ferne sehen. Auf eine Lesebrille können aber nur etwa 40% verzichten.

Kosten

Pro Auge sind mit Kosten in Höhe von 2000 Euro zu rechen. Im Gegensatz zur Behandlung von Grauem Star ist die refraktive Chirurgie jedoch medizinisch nicht notwendig. Daher werden die Kosten nicht von den gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Bei privater Versicherung kann man sich aber über die Möglichkeit einer Kostenbeteiligung erkundigen.